Wer fragt, wie man “mit der AfD umgeht”, statt ihre Argumente zu prüfen, kehrt das Primat der Öffentlichkeit um: Nicht mehr die Sache, sondern die Einordnung der Sache wird zur Nachricht. Das vom “Südwestrundfunk” (SWR) veranstaltete “Demokratieforum” auf dem Hambacher Schloss, in dem die AfD vor Jahren selbst ein „Neues Hambacher Fest“ gefeiert hatte, ist Symptom dieser Verkehrung.
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Mein neuer Ansagetext, der gern verbreitet werden kann.
Es war eine bezeichnende Pointe des deutschen Herbstes 2025: Das öffentlich-rechtliche ZDF, finanziert von Zwangsgebühren, übertrug am 26. Oktober 2025 erstmals einen katholischen Gottesdienst aus einer sogenannten Queer-Gemeinde. Die Messe unter dem Motto „Wer bin ich – für dich?“ wird als historische Premiere vermarktet: 90 Minuten Weihrauch, Predigt und Kamerakran.
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Mein neuer Ansage-Essay, der gern verbreitet werden kann.
Kaum fällt in Leipzig das Wort „Opernball“, eilt die Gegenwart herbei wie ein eifriger Souffleur: Protestaufrufe, moralische Ultimaten, Rückzüge auf offener Bühne. Der diesjährige Anlass ist schnell erzählt: Rammstein-Frontmann Till Lindemann steht auf der VIP-Liste; ein städtisches Bündnis mit dem vorsorglich allumfassenden Namen „Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch“ erklärt die Einladung zum „fatalen Signal“; die sächsische SPD-Sozialministerin Petra Köpping sagt ihren Besuch „zur Deeskalation“ ab.
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Worte sind keine unschuldigen Werkzeuge. Sie tragen Erinnerung, Milieu, Ideologie. Doch in Deutschland hat sich ein neues Ritual des Vergessens eingebürgert: Vokabeln, die gestern noch erlaubt waren, gelten heute als kontaminiert. Jüngstes Beispiel: Zwangsbeitrag.
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Die Idee einer moralisch geeinten „Menschheit“, die als globales politisches Subjekt mit universellen Werten, einer gemeinsamen Ethik und einer weltumspannenden Stimme fungiert, gehört zu den letzten metaphysischen Großmythen der säkularen Moderne. Ihre Verkünder – von Philosophen über Politiker und Denker wie Herfried Münkler und Judith Shklar bis hin zu Journalisten wie Dieter Schnaas Anfang August in der WirtschaftsWoche („Ist die Idee der Menschheit tot?“) – bedienen sich hochtrabender Begriffe wie „Menschenwürde“, „Weltbürgertum“ oder „Zivilisationsökumene“. Diese Konzepte suggerieren eine harmonische Einheit, die jenseits historischer, kultureller oder politischer Differenzen existiert. Sie klingen nach moralischer Vollendung, entpuppen sich jedoch bei näherer Betrachtung als ideologisch aufgeladener Utopismus, der die Realität des Politischen und die Vielfalt der Geschichte verkennt.
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Annekathrin Kohouts Buch „Hyperreaktiv“ entlarvt, wie Empörungskultur und Hyperinterpretation durch Reiz-Reaktions-Reflexe Wahrheit und Freiheit verdrängen.
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Mein neuer Tumult-Essay, der gern verbreitet werden kann.
„Die Oma aber, die (von wem eigentlich?) bezahlt posiert, ist nicht mehr die Oma der Familie, sondern ein linkspolitischer Markenbotschafter. Diese Professionalisierung kippt die Moralökonomie der Bewegung: Wo das Kleid der Zärtlichkeit zur Uniform wird, verwandelt sich spontane Zivilcourage in berechenbare Erregungslogistik.“
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Wer „demokratischer Faschismus“ sagt, koppelt einen politisch-moralischen Totschlagbegriff mit dem Namen jenes Ordnungsprinzips, das Faschismus historisch und begrifflich überwinden wollte: der Demokratie. Das Resultat ist keine analytische Präzisierung, sondern eine rhetorische Nebelgranate.
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Wer die älteren Epochen aus dem Geschichtsunterricht verbannt, amputiert die Erinnerung einer Nation. Der Vorstoß in Berlin und Brandenburg, die Geschichte vor 1800 faktisch aus dem Lehrplan der Oberstufe zu streichen, ist kein pädagogischer Betriebsunfall, sondern Ausdruck einer Ideologie der Gegenwartsverengung.
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Der aktuelle Vorstoß, das Ferdinand-Porsche-Gymnasium in Stuttgart-Zuffenhausen umzubenennen, ist darum mehr als ein lokaler Kulturstreit. Er ist Symptom einer tieferen Verschiebung: weg von historischer Urteilskraft, hin zu einem hygienischen Affekt, der Erinnerungspolitik mit moralischer Schädlingsbekämpfung verwechselt.
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