„Der offene Brief, in dem der Berliner AfD-Bundestagsabgeordnete Pierre Lamely vorschlägt, die Villen prominenter „refugees welcome“-Unterzeichner zu Erstaufnahmeeinrichtungen für Afghanen zu machen, ist ein klassischer Fall politischer Ironie – und zugleich weit mehr als ein Gag auf Kosten von Luisa Neubauer, Jan Böhmermann & Co. Denn er legt mit einem einzigen gedanklichen Dreh offen, worauf die ganze humanitär aufgeladene Migrationsrhetorik der letzten Jahre tatsächlich ruht: Auf der Bereitschaft, alle anfallenden Kosten, Risiken und Zumutungen systematisch auf andere abzuwälzen.“
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Beziehungen scheitern selten daran, dass jemand zu wenig feministische Theorie gelesen hat. Sie scheitern an Egoismus, an Respektlosigkeit, an Bindungsunfähigkeit – auf beiden Seiten. Wer den Männern allein die Schuld zuschiebt und die eigene Weltanschauung zur therapeutischen Wahrheit erhebt, trägt nicht zur Heilung, sondern zur weiteren Vergiftung des Geschlechterverhältnisses bei.
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Haben Klimastreik und Wehrpflichtprotest etwas miteinander zu tun? Ja: beide finden im Namen des Überlebens statt. Anmerkungen zur ideologischen Krise des Pflichtbegriffs in unserem Land.
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Wo es um Ausbeutung im globalen Kapitalismus geht, um Lieferketten und Umweltzerstörung, ist der Spiegel schnell mit großen Worten dabei. Wo es um die Auslagerung von Schwangerschaft in den globalen Süden oder in ärmere Milieus geht, herrscht milde Romantik. Der Körper der Arbeiterin ist tabu, der Körper der Leihmutter hingegen privatisierbar. Eine Gesellschaft, die Sexarbeit kritisch sieht, aber Gebärmutterarbeit feiert, verheddert sich in ihren eigenen Idealen.
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Hier prallen zwei Vorstellungen von Rechtsstaat frontal aufeinander. Auf der einen Seite der Bürger, der in der Tradition der Weißen Rose ein Recht auf symbolischen Widerspruch auch gegen Gerichte beansprucht (erinnern wir uns: auf einer Corona-Demo in Hannover hat sich im November 2020 eine Rednerin mit Sophie Scholl verglichen). Auf der anderen Seite die Baer’sche Sicht, in der solche Gesten bereits den Verdacht der Delegitimierung nähren.
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Der Brandanschlag ist dabei nur Symptom. Das eigentliche Thema ist eine Haltung, die sich für „kritisch“ hält und doch blind ist auf einem Auge: Ein System, das gern „Haltung“ predigt, aber Mühe hat, die eigenen Opfer ernst zu nehmen, wenn sie nicht ins Deutungsschema passen. Genau deshalb ist der Fall Groß mehr als nur ein Fehltritt einer einzelnen Autorin.
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Warum der Mainstream zunehmend Frauen bekämpft, die Familie, Wissenschaft, kurz die Realität ernst nehmen und damit linksfeministisches Feindbild werden: Eine leider nötige Bestandsaufnahme.
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Die aktuelle Debatte um Günthers Vorstoß zeigt, wie weit die Verschiebung bereits fortgeschritten ist: Selbst Teile der Union schwenken auf ein Lenkungsparadigma ein, das ursprünglich aus grünen und sozialdemokratischen Milieus stammt. Dagegen zu halten bedeutet nicht, hemmungslosen Zuckerkonsum zu verteidigen. Es bedeutet, den Bürger zu verteidigen – gegen die Versuchung eines Staates, der sich für jeden Missstand eine Steuer und für jede Steuer eine moralische Begründung sucht.
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Ein Extrakt als Kontrafunk-Kommentar ist hier nachzuhören.
Mythische Literatur ist kein Rekrutierungsinstrument, sondern Resonanzraum. Wer diesen Raum prophylaktisch zur „neurechten Zone“ erklärt, traut den Lesern nicht über den Weg. Er ersetzt Kritik durch Gesinnungskontrolle.
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In einer Zeit, in der Deutschland international bildungspolitisch immer mehr zurückfällt, ist die Abschaffung der Zensuren ganz bestimmt kein Fortschritt, sondern ein Symptom der Kapitulation: Man schaut dem Niedergang nicht mehr ins Auge – man schreibt ihn in Schönschrift.
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