Nicht die Politik ist problematisch, nicht ihre Entscheidungen, nicht ihre sozialen Folgen – sondern jene, die sich ihr entziehen oder ihr widersprechen. Der Befund wird zur Umkehrung: Aus dem demokratischen Subjekt wird ein demokratisches Risiko.
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Meine Anmerkungen zu Karl-Rudolf Kortes Diagnose in der “Zeit”.
Am Ende ist die aktuelle Faschismusdebatte deshalb vor allem ein Symptom. Sie verrät weniger über die Wiederkehr des historischen Faschismus als über die intellektuelle Verfassung eines Milieus, das seine Gegner nur noch mit Großvokabeln zu fassen vermag. Der antifaschistische Überschuss kompensiert einen analytischen Mangel. Und je schriller die Warnung, desto deutlicher wird, dass hier nicht nur Geschichte gedeutet, sondern Gegenwart bewirtschaftet werden soll.
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Meine neuen Anmerkungen zur Faschismusdebatte, die gern verbreitet werden können.
Denn je stärker das Staatsritual auf Pop-Autoritäten setzt, desto deutlicher zeigt sich, dass die politische Klasse dem eigenen institutionellen Ernst nicht mehr traut. Sie borgt sich Glaubwürdigkeit, Wärme und Pathos aus der Unterhaltungsindustrie, um ihre Erinnerungspolitik gegenwartsfähig zu halten.
„Während historische Unterschiede oft aus Knappheit, Arbeitsteilung und Statuslogik entstanden, sind moderne Unterschiede häufig Ausdruck von freien Präferenzen oder Milieucodes. Passend dazu zeigen neuere kulturvergleichende Studien, dass Männer im Durchschnitt häufiger Fleisch essen als Frauen – und dass diese Differenz in entwickelten, „gendergleichen“ Ländern teils sogar größer ausfällt. Das ist das Gegenteil der einfachen Unterdrückungserzählung“
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Meine Anmerkungen zum Gender Meat Gap, die gern verbreitet werden können.
Geschichte ist nicht dafür da, Gegenwart mit Würde zu dekorieren. Sie ist dazu da, Unterschiede ernst zu nehmen. Genau diese Unterschiede werden aber eingeebnet, sobald jeder genehme Wahlausgang zur Wiederholung eines Freiheitskampfes stilisiert wird.
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Meine Anmerkungen zu Uschis unsäglichen Dummschwätzereien.
Die DDR-Formel vom „mündigen Bürger“ war eine Propagandafolie, hinter der Kontrolle stand. Die moderne westliche Variante ist subtiler: Sie heißt jetzt „Demokratieförderung“, „Hassbekämpfung“, „Schutz vor Desinformation“ – und endet oft in betreutem Denken. Der Unterschied liegt im Grad, nicht im Prinzip.
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Meine Anmerkungen zum Papier-Interview, die gern verbreitet werden können.
Mozarts „inklusive“ Umdichtung macht aus Oper Betreuung, aus Sprache Hygiene: Warum die „Zauberflöte“ in Radebeul zum Symptom einer Kultur der Infantilisierung wird.
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Mein neuer Tumult-Essay, der gern verbreitet werden kann.
„Die politische Aussage ist klar: Nicht nur die AfD sei riskant – der Osten selbst sei es, weil er angeblich eine defizitäre politische Kultur habe. Das ist die eigentliche Zumutung. Denn hier wird nicht eine Partei kritisiert, sondern ein Landesteil moralisch in Haftung genommen.“
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Meine Anmerkungen zum Münkler-Interview, die gern verbreitet werden können.
Wenn große Wählersegmente strukturell vom Regieren ausgeschlossen bleiben, verwandelt sich Demokratie vom Verfahren in ein Milieuprojekt. Der Staat erscheint dann nicht mehr als neutrales Dach, sondern als Parteigebäude, in das man nur mit der richtigen Gesinnungsstatik hineinpasst. Safranskis „Mauer“-Formel ist ein Warnhinweis auf die soziale Sprengkraft dieser Entwicklung.
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Mein neuer Ansagetext zu Safranskis NZZ-Interview, der gern geteilt werden kann.
Universitäten dienen nicht dem Verteidigen von Konsens, sondern dem Ermöglichen von Erkenntnis. Erkenntnis entsteht durch Streit: Hypothesen gegen Gegenhypothesen, Irrtumskorrektur, offene Debatte. In Krisenzeiten – Pandemie, Krieg, „Desinformation“ – kippt dieses Ethos jedoch leicht. Widerspruch gilt dann nicht mehr als wissenschaftliche Normalität, sondern als Störung des Gemeinwohls.
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Meine Anmerkungen zum Fall Michael Meyen, die gern geteilt werden können.