18. März 2011 von Thomas Hartung
Das ist doch mal eine schöne Story: was mit dem Nasen-Duo Gottschalk/Krüger vormals als illegaler Kult inszeniert war, kommt jetzt höchst offiziell von der anderen Seite wieder – der des deutschen Staates.
Was ist passiert? Bisher wurde das Berliner Parlamentsfernsehen gemeinsam mit zwei weiteren Kanälen, die nur einem geschlossenen Benutzerkreis zur Verfügung stehen, im sogenannten „Bund-TV“ gebündelt und codiert übertragen. Seit Januar nun sind das Parlamentsfernsehen des Deutschen Bundestages und die Übertragungen der Plenarsitzungen des Bundesrates über den Satelliten Astra unverschlüsselt zu empfangen. Prompt hat der Staat großen Ärger mit den Medienhütern.
Das Angebot ist in seiner aktuellen Form nach Auffassung der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten ZAK ein Rundfunkangebot. Damit bedürfte es eigentlich einer rundfunkrechtlichen Zulassung, die allerdings aus Sicht der ZAK nicht erteilt werden kann, da der Programmanbieter ein Verfassungsorgan ist. Demnach können juristische Personen des öffentlichen Rechts grundsätzlich keine Rundfunkzulassung bekommen.

Sendeten ohne Zulassung; wollten aber auch keine: die "Supernasen". Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/101534-Piratensender-Powerplay/bilder/?cmediafile=19435731
Insofern handele der Bundestag in einem rechtsfreien Raum, monierte der ZAK-Vorsitzende Thomas Fuchs diese Woche. Mit anderen Worten: Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) veranstaltet einen Piratensender, und das auch noch auf Steuerzahlerkosten.
Fernsehzuschauer müssen für den Empfang ihre Satelliten-Anlage auf die Astra-Position 23,5° Ost ausrichten, was in Deutschland aber nur auf wenige Tausend Haushalte zutrifft (die beliebtere und weitaus teurere Position ist 19,2 Grad Ost). Aber keine Sorge: das inzwischen zunehmend redaktioneller gestaltete Parlamentsfernsehen wird auch im Internet gezeigt.
Und wer weiß – wenn Gottschalk „Wetten, dass“ wirklich nicht mehr macht, kann er ja dorthin zurückkehren, wo er vor 30 Jahren schon mal war. So schließen sich Kreise.
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17. März 2011 von Thomas Hartung
Nein, (leider) nicht an „Element of Crime“, aber deren Mastermind Sven Regener. Die WDR/RB-Produktion nach seiner genialen Vorlage „Neue Vahr Süd“ (gesendet 1.12.2010) erhält einen Grimme-Preis in der Kategorie „Fiction“.
In ihrer Begründung lobt die Jury unter anderem die „leicht schizophrene Erzählstruktur, belebt durch eine pointierte, punktgenaue Montage“, die dem Film seinen lakonischen Grundton verleihe; sowie eine „im deutschen Fernsehen höchst seltene, ironisierte leichte Lässigkeit“.
Sven Regener. Foto: Charlotte Goltermann. Quelle: http://www.add-on-music.de/html/sven_regener_-_der_kleine_brud.html
Ich finde: eine absolut perfekte Entscheidung! Und: bitte mehr davon. Sowohl, was die Textqualität anlangt, als auch die Qualität der filmischen Adaption.
Übrigens: seit Montag ist der neue Regner „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner. Logbücher“ im Handel. Am Samstag ist im Rahmen der Buchmesse in Leipzig Gelegenheit, Autor und Werk live zu erleben.
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16. März 2011 von Thomas Hartung
Aus gegebenem Anlass beginne ich mit einem Ereignis, das mich wie sonst lange keines betroffen machte, ja sogar tief verletzte: die „Causa Guttenberg“.
Ich hatte am Abend des 23. Februar auf dem Blog der „Zeit“ meine spontane Sicht darauf unter dem Titel 10 Emotionalien zur Causa Guttenberg. Eine plagiierte Empörung bereits in Grundzügen dargelegt.

© by Erl/ toonpool. Quelle: http://oxnzeam.de/
Seitdem schrieb ich die Entwicklung fort und werde den Text in den nächsten Tagen uploaden.
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10. Januar 2011 von Thomas Hartung
Als AfD-Landtagsfraktionspressesprecher, Publizist mit inzwischen vier Büchern und Freier Journalist für konservative Medien blogge ich nunmehr regelmäßig Betrachtungen zu Interessantem und Wissenswertem aus politischer und Alltagskultur. Ich schreibe regelmäßig für „Zuerst“ und jüngst Ansage, habe unter dem Titel „Negerkuss und Nazistuss“ eine eigene Kolumne beim Tumult-Blog und kommentiere bei Kontrafunk.
Als Bildungsbürger kommentiere/rezensiere ich vielerlei kulturelle Phänomene – vom Roman über den Musikergeburtstag bis zum Regisseurstod.
Als Dozent und Mitglied im Landesfachausschuss Bildung informiere ich Sie auf meiner Webpräsenz auch über meine Aktivitäten rings um die Themenkreise Hochschule, Wissenschaft, Medien und Kultur.
Und als Mensch lasse ich Sie gern an meinen freizeitlichen Aktivitäten teilhaben, zu denen nicht zuletzt Kochen gehört 😉
Warum gerade Betrachtungen?
Ich empfinde dieses Genre – eine Meinungsdarstellungsform übrigens – als eins der zeitgemäßen schlechthin.
Eine Betrachtung soll durch Beschreibungen und Schilderungen, Vergleiche und Annäherungen bis hin zur Analyse einem Ereignis, einer Situation, einem Gegenstand oder auch einem (gesellschafts-) politischen Problem Individualität verleihen: Recherche darf in gewissem Maße substitutiert werden durch Subjektivität.
Die Betrachtung ist durchaus mit derselben eines Kunstwerks in einer Ausstellung vergleichbar: man wählt zunächst die Gesamtschau und wechselt dann zu einzelnen Aspekten.
Dabei ist dem Genre eigen, dass die Prioritäten dieser Aspekte oft im Vagen bleiben: aus der Betrachtung erwächst ein Gedanke, der das formale Ziel darstellt.
Der Gegenstand darf dabei Randerscheinung eines größeren Zusammenhangs bleiben: „die Bedeutung des Unbeachteten birgt den Kern ihrer Aussage“ (Degen 2004).
Viel Spass beim Lesen – und natürlich beim Kommentieren!
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