Geschrieben in Allgemeines am 27. November 2011 0 Kommentare »
Nach einigen stressigen Tagen und Erlebnissen, die (noch) nicht nach Entäußerung drängten, las ich diese Woche einen Artikel, der zu vielerlei Reaktion provoziert. Mich bspw. wieder einmal zum Reflektieren. Vorab – schon die Formalia der Publikation sind einigermaßen dubios. Ich konstatiere sie hier nur, recherchieren und werten können sie andere: Bürgerrechtlerin Freya Klier – mit […]
Zugegeben: zuerst wollte ich vom Glauben abfallen, dann musste ich es (noch) nicht in anfangs befürchteter Fallhöhe – glücklicherweise. Glauben meint hier den Glauben an deutsches Qualitätsfernsehen. Oder besser: Qualitätsfernsehen aus Deutschland, denn die innovativen Eigenformate lassen sich, wenn überhaupt, gerade noch an zwei Händen herzählen. Es geht – natürlich – um den eben verliehenen Deutschen Fernsehpreis, vor allem um die Nominierung der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“.
Christoph Hein war immer unbequem. Man denke an die Novelle „Der fremde Freund“ (1982) und deren gefühlskalte Ärztin Claudia: Seismograph für ein Land, das an Gleichförmigkeit litt, an einer Perspektive des Wartens, die nur noch wenige Erwartungen in sich trug. Und man denke erst recht an seine „Zensur“-Rede auf dem X. Schriftstellerkongress der DDR 1987. Und jetzt also wieder: ein unbequemes Buch. Ein Roman, der schon fast als zeitgeschichtliches Dokument gelten kann. Und den ich für sehr dringend, und sehr nötig halte.
Schon das zweite Posting hintereinander anlässlich eines Todesfalls – die Abschiede werden mehr und überwiegen die Ankünfte… Aber anders als mit Amy Winehouse‘ Musik verbinde ich mit Michael Cacoyannis viel mehr: einen der besten Filme aller Zeiten, nämlich „Alexis Sorbas“, mit einigen der besten Schauspieler aller Zeiten, eine kongeniale literarische Vorlage, eine grandiose Musik, dazu Reisen, Landschaften – und nicht zuletzt Lehrveranstaltungen. Das klingt chaotisch und will enträtselt sein.
Amy Whinehouse gehört ihm nun auch an, jenem ominösen „Club 27“: nach Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain ist sie die fünfte durchaus namhafte Musikerin. Ganz ehrlich: ich konnte mit ihr als Person nicht viel anfangen. Aber ein paar ihrer Stücke finde ich genial. Und spätestens nach Cobain drängte sich der Verdacht auf, dass bei der „27“ vielleicht mehr dahinterstecken könnte als nur „a strange sense of humour“, denn Gott da an den Tag legte. Fündig kann man werden in den Bereichen Numerologie und Esoterik, die sich vor allem mit der Quersumme aus 27 als „Essenz gelebten Lebens“ befassen: der „9“. Manche mögen solche Deutungen zwar als „parawissenschaftlich“ ablehnen – ich finde sie aber durchaus interessant.
Die politischen Funktionseliten fürchten sich vor ihren eigenen Programmen, wenn sie nur ansatzweise in eine Richtung tendieren, in die es aufzubrechen gelte, entsprechend sträflich vernachlässigen sie ihre „Kundschaft“ und enttäuschen sie. Ihre ehemaligen Anhänger sind ganz offensichtlich nicht in Scharen zum politischen Gegner übergelaufen, sie wollen nur nicht Merkel, Gabriel und Rösler für deren Profillosigkeit auch noch belohnen. Und nicht nur das – genau diese profil- und damit ahnungslosen Funktionseliten haben sich spätestens seit der großen Koalition auch auf allen Gebieten breitgemacht, in denen sie nichts zu suchen haben, sondern die ureigenstes Terrain von Leistungseliten sind. Das Resultat erleben wir täglich: eine Aushöhlung des Leistungsbegriffs. Diese gefährliche Entwicklung wurde jetzt auf absurde Weise an einer lagerfremden Kritik am Atomausstieg deutlich.
„Der Boulevard ist eine perfekt entworfene und stets bestens gewartete Hysterie- und Trivialisierungsmaschinerie der Republik. Er ist die postmoderne Heldenschmiede einer heldensüchtigen Gesellschaft in ihrer ganzen unheroischen Gleichgültigkeit“, meinte Christian Schüle zu einem Mainzer Mediendisput. Anläßlich der Vorbereitung einer Sondervorlesung (u.a. über den Zusammenhang von Regierungs-PR und Boulevard) mache ich mir Gedanken über die soziale Trivialisierung, die auch Georg Seeßlens in seinem beeindruckenden Opus „Blödmaschine“ gnadenlos seziert.
Geschrieben in Allgemeines am 9. Juni 2011 0 Kommentare »
Interessanter Satz, auf den ich zufällig im Netz gestoßen war. Die Recherche ergab: der Urheber Leopold Kohr (1909-1994) ist ein, wie ich finde, hochinteressanter Mann, beruflicher und wissenschaftlicher Nomade, Träger des Alternativen Nobelpreises und in zweifacher Hinsicht bedeutsam. Zum ersten, weil er den Anarchismus als politische Theorie vom Kopf auf die Füße gestellt hat: „Frei […]
Daniel H. Pink, Ex-Redenschreiber von US-Vize Al Gore, hat (schon im Herbst) ein Buch vorgelegt, das ich jetzt erst las – und es in sich hat. Quintessenz: nach der Befriedigung von Grundbedürfnissen (Essen, Schlafen, Sex – Motivation 1.0) und der Befriedigung materieller Bedürfnisse (extrinsische Anreize als Belohnung – Motivation 2.0) sollten wir bei Strafe des Untergangs unser Heil in der Motivation 3.0 suchen – Sinnmaximierung statt Gewinnmaximierung. Das klingt so visionär wie es geschrieben ist – und ist in Pinks Logik absolut nachvollziehbar. Worum geht es?
Geschrieben in Allgemeines am 4. Juni 2011 0 Kommentare »
Wieder:ein Totschlag, scheinbar wegen nichts. Trotz bierseligen Feiertags:Alkohol enthemmt nur, die Aggression selbst ruft er nicht hervor. Was muss in diesen Menschen brodeln, dass sie aus derart nichtigem Anlass überhaupt gewalttätig werden? Meine These: diese Art Gewaltbereitschaft spiegelt im „Kleinen“ jene Art von Politik im Großen wieder, die da im schlechtesten Sinne „neoliberal“ genannt wird.