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Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir müssen über die Farbe Weiß nachdenken, die hellste aller Farben. Sie wird im westlichen Kulturkreis manchmal mit Wertfreiheit, Stille und Leere assoziiert; in der Regel aber mit freundlichen Begriffen. Entsprechend steht sie als „royale Farbe“ u.a. für Hochzeit, Unschuld, Jungfräulichkeit; Unsterblichkeit /Unendlichkeit sowie Reinheit. Eine weiße Flagge bedeutet: Sofortiger Stopp der Schlacht, Kapitulation, Waffenstillstand oder Frieden. Im Judentum und als liturgische Farbe im Christentum bedeutet die Farbe gar Heiligkeit.

In anderen Landstrichen dieser Welt sieht das anders aus. In Afrika steht die Farbe bspw. vielerorts für Tod; als Körperbemalung dient sie dazu, mit jenseitigen Geistern in Kontakt zu treten. Auch Buddhisten tragen Weiß als Zeichen der Trauer im Gegensatz zum westlichen Kulturkreis. In China wird die Farbe Symbol für Alter, Herbst, Westen und Hinterlist; in gebrochenem, cremefarbigen Ton aber ebenfalls für Trauer verwendet.

Was haben wir also von „alten weißen Männern“ zu erwarten, denen aus einem bestimmten Lager auch noch die Attribute „abgehängt“ und/oder „zornig“ zugewiesen werden? So schimpften zwei Autorinnen in der ZEIT sogar jenseits von PEGIDA über den Zorn alter weißer Männer, die sich „wütend“ in „Horden“ zusammenschlössen und Ressentiments schürten. Den geschätzten Kolumnisten Harald Martenstein, der sich dieser Gruppe zugehörig fühlt, provozierte das zur These: „Der alte, weiße Mann macht jetzt das, was alle Machtlosen tun: er spottet über die Mächtigen.“ Er stehe im Grunde in der Nachfolge der Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen ihre Lieder gesungen hätten.

Au weia, dieser Rassist. Prompt wurde er gescholten als „alter, weißer, heterosexueller Mann, der sich seine Machtposition als reaktionärer Minderheitendiskriminierer nicht nehmen lassen will.“ Getoppt wurde das jetzt von der jüdischen (!) Autorin Mirna Funk und ihrem Gefasel von sich „aufbäumenden alten weißen Männern“. „Wer eine ‚feministische Terror-Gruppe gründen‘ und ‚die alten weißen Männer aus dem Weg schaffen‘ will, äußert damit lupenreinen Rassismus“, erklärte ich ihr. Das ist nicht nur alters- und geschlechterdiskriminierend, sondern befestigt die Vorrechts-Rolle eines Geschlechts, solange es das eigene ist. Wenn man soziale Netzwerke, das Internet und die Digitalisierung für weiblich erklärt, zeugt das von totalitären Denkstrukturen. Funks Urgroßvater, der große Chemnitzer Autor Stephan Hermlin, dürfte im Grabe rotieren.

Einen Tag später dann die 180-Grad-Wende: weiß war plötzlich nicht mehr politisch korrekt, sondern, klar, wieder rassistisch – ein unerträgliches Indiz von Pseudokorrektheit: beim Shitstorm gegen die Nivea-Kampagne „White is purity“. Nivea kann von Glück reden, dass die Dose mit dem Urprodukt der Marke, der weißen Allzweckcreme, blau ist. Blau ist der Himmel und das Postkartenmeer, Blau mag jeder, ob Blaumacher, Blaublüter, morgens schon Blauer oder Romantiker. Blau ist immer noch unverdächtig, obwohl das Image der EU (Fahnenfarbe Blau) gelitten hat (sie wird schon noch ihr blaues Wunder erleben) und wir als AfD diese Farbe gekapert haben.

Sein weißes Wunder also hat der Beiersdorf-Konzern erlebt, zu dem Nivea gehört. Der Name bedeutet „die Weiße“ (lat. Nives), da liegt es nahe, mit Weiß zu werben. Das tat die Firma auf ihrer Website für den Nahen Osten mit dem Slogan: „White is Purity“, Weiß ist Reinheit. Es ging dabei um ein Deodorant, das angeblich selbst auf weißer Kleidung keine Rückstände hinterlässt. Zu sehen war in der Reklame eine braunhaarige Frau von hinten in einem weißen Bademantel.

Weiß ist politisch, Weiß ist ein Reizwort, Weiß ist für viele offenbar nicht mehr die lichte Summe aller Spektralfarben, sondern nur noch eine Hautfarbe. Ein Shitstorm ging in den unsozialen Medien auf den Kosmetikkonzern nieder: Er sei rassistisch. Wer Weiß für ein Zeichen von Sauberkeit erkläre, diskriminiere Menschen mit dunklem Teint. Beiersdorf duckte sich weg und postete auf seinem amerikanischen Nivea-Account bei Twitter: Ja, diese Werbung sei unpassend gewesen, man bedauere zutiefst und entschuldige sich bei allen, die sie hätten sehen müssen.

Allerdings: „Rassistisch war an dieser Anzeige gar nichts“, musste sogar die FAZ eingestehen. „Sie zeigt keinen Millimeter Haut, welcher Pigmentierung auch immer –, sondern offenbarte ungewollt, welche Macht die selbsterklärten Reinheitswächter der Sprache und der Bilder inzwischen haben. Mit im Betroffenheitsgestus vorgetragenen Unterstellungen lösen sie zielsicher absurde Selbstbezichtigungen aus. „Weiß ist die Farbe der Unschuld“ wird zum gefährlichen Satz. „Black is Beautiful“ ist nicht minder riskant.“

„Es ist eher rassistisch, die Farbe Weiß mit Rassismus statt mit sauberen Achseln zu assoziieren,“ erklärte prompt Generalsekretär Uwe Wurlitzer. „Es kann nicht sein, künstliche Sprachkorridore zu errichten und dann zu bestimmen, wer sich dort bewegen darf. Kein Mensch ist illegal? Dann ist auch kein Wort illegal.“ Die AfD wehrt sich gegen jede Form von Sprachpolizei und lehnt ideologisch motivierte Interpretationen sprachlicher Selbstverständlichkeiten ab, bekräftigt

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir müssen über das saarländische Wahlergebnis nachdenken. Auf den ersten Blick ist alles gut. Wir sind in den inzwischen 11. Landtag in ununterbrochener Folge eingezogen. Sowohl die Grünen als auch die FDP blieben außen vor – damit wurde auch RRG verhindert. Und die SPD-Verluste beweisen, dass der Hype um die neue sozialdemokratische Lichtgestalt St. Martin gestoppt wurde. Also haben wir allen Grund zu einer Gratulation in das Land, aus dem u.a. Marx, Honecker und Lafontaine kommen.

Die Gewinne für die CDU sind neben dem Amtsbonus für Kramp-Karrenbauer vor allem darauf zurückzuführen, dass sie seit langem von der AfD vertretene Standpunkte übernimmt. Bei anderen Parteien haben das die Wähler schon durchschaut, bei der CDU werden sie das auch noch, meint Generalsekretär Uwe Wurlitzer.

Auf den zweiten Blick fällt aber auf, dass die Vorhersagen der vier Meinungsforschungsinstitute im Wahlvorfeld nur als Debakel zu werten sind. Im Saarland als kleines Ländchen wäre es leicht, repräsentative Ergebnisse zu erzielen, bewies das Portal Sciencefiles. Ein gemittelter Vergleich der jeweils letzten Wahlumfrage mit der zweiten Hochrechnung von ARD und ZDF zeigt aber Abweichungen zwischen 7,2% bis 13,2%. Dabei fällt auf, dass die CDU unterschätzt wird, um 6,6% z.B. von FORSA. Die SPD dagegen wird generell überschätzt, etwa um 3,6% von Infratest. Der Schluss liegt nahe, dass Wahlumfragen in erster Linie dem Versuch zu dienen scheinen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Und eben diese Beeinflussung trat deutlich zutage dadurch, dass die AfD in die ARD-Sendung „Anne Will“ nicht eingeladen wurde – ein weiterer Mosaikstein für die Begründung unserer programmatischen Forderung, die Zwangsfinanzierung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks umgehend zu beenden. Wenn die Grünen aus dem saarländischen Landtag fliegen, haben sie in einer Sendung des Titels „Saarland wählt, Berlin zittert. Stehen die Zeichen auf Wechsel?“ nichts zu suchen – eine zu vernachlässigende Kleinpartei wird medial aufgewertet.

Zugleich ist es selbstgerecht, die die ausgebliebene Einladung damit zu entschuldigen, dass es vor allem „um bundespolitische Auswirkungen der Landtagswahl“ gegangen sei. Einer Partei, die in 11 Landtagen sitzt, bundespolitische Wirkung abzusprechen, ist an Überheblichkeit schon nicht zu übertreffen. Dann noch nachzuschieben, dass die AfD „weder im Bundestag noch derzeit auf Bundesebene koalitionsfähig sei“, zeigt deutlich, dass sich die Deutungshoheit der politischen Realität allein die ARD anmaßt – ein unverzüglich zu beendendes arrogantes Gebaren. Den Vogel aber schoss die ZEIT ab, die behauptete, dass angesichts des Flügelkampfs zwischen dem Höcke- und dem Petry-Lager die Redaktionen einfach nicht wüssten, wen sie einladen sollen. Wer so tickt, hat nicht nur viele journalistische Reserven, meint

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir müssen, mal wieder, über St. Martin Schulz nachdenken. „Die SPD feiert Martin Schulz inzwischen wie eine Groupie-Truppe ihren Popstar – kreischend und völlig ergeben“, textete Ex-Focus-Chef Wolfram Weimer jüngst anlässlich eines Parteitags-Wahlergebnisses von 100 Prozent – das schaffte nochmal nicht Honi. Aber die SPD hat mit Schulz so ein doppeltes Problem. Zum einen hängt sie die Messlatte für ihn sehr hoch (zu hoch?), zum anderen legt sie ihr Schicksal ultimativ in die Hände eines Einzelnen. Weimers 5-Punkte-Katalog, weswegen Schulz überschätzt werde, ist eine hervorragende Argumentationshilfe für uns, weshalb er hier kurz zusammengefasst werden soll.

1) das Altlasten-Problem als EU-Spitzenpolitiker – da hat er wohl ein wenig zu tief für sich und seine Getreuen in EU-Taschen gegriffen: Tage- und Sitzungsgelder, rechtswidrige Beförderungen und Sonderzahlungen, kurz „dreiste Vetternwirtschaft“. Schulz hat es als EU-Parlamentspräsident auf die höchste Verdienstsumme gebracht, die je ein deutscher Politiker aus Steuergeldern erhalten hat – rund 280.000 Euro jährlich netto. Ein großer Mann für den „kleinen Mann“?

2) das Bilanz-Problem als jahrzehntelanger EU-Parlamentier, Fraktionsvorsitzender und/oder Parlamentspräsident: er verkörpert die EU der vergangenen Jahre wie kaum ein anderer. Aber: in seine Verantwortungsjahre fallen Migrationskrise, Schuldenkrach, Brexit & Co. Für Europafreunde ist er unglücklich gescheitert; für Europafeinde die Verkörperung der bürgerfernen, selbstgefälligen Bürokraten-EU.

3) das Glaubwürdigkeits-Problem als Revisor von Gerhard Schröders Agendapolitik, die er einst als historische Großtat feierte. Jahrelang lobte er auch die (inzwischen gescheiterte) Wirtschaftspolitik des französischen Sozialisten Hollande, jetzt bejubelt er den wirtschaftsliberalen Macron, da der in den Umfragen plötzlich vorne liegt. Auf dem Davos-Gipfel attackiert er Hollands Premier Rutte als Europa-Kritiker, nach dessen Wahlsieg fühlt er sich mit ihm als Sieger gegen den Rechtspopulismus. Bei Arbeitgebern redet er wirtschaftsfreundlich, bei Gewerkschaften plötzlich wirtschaftskritisch… das alles ist nicht stimmig.

4) das Positionierungsproblem als EU-Parlamentspräsident, der damals lautstark unpopuläre Positionen vertrat: Griechenland-Transfers, Eurobonds, nicht zuletzt die europaweite Einlagensicherung, die deutsche Sparguthaben kollektivieren und ins offene Risiko stellen würde. Auch in der Sicherheits- und Migrationsfrage stand Schulz lange für eine Politik der Grenzöffnung und für die Aufnahme der Türkei in die EU. Da aber die entgleiste Migration zur zentralen Frage der deutschen Politik geworden ist, wird Schulz seine Position dazu nur schwer justieren können. Seine soziale Akzentuierung sorgt außerdem dafür, dass er sich einerseits als Kritiker der eigenen SPD-Regierungserfolge in ein Dilemma bringt, andererseits als Vaterlandskritiker da steht, was einem Kanzlerkandidaten eher schadet als nützt.

5) das Opportunitätsproblem als „lupenreiner Populist“ (WELT), „cleverer Opportunist“ (Deutschlandradio) oder „gigantische Phrasendreschmaschine“ (STERN). Für seine Kritiker mobilisiert er Ängste, weigere sich aber in vielen Fragen, konkret Positionen zu beziehen, um Widerstände zu vermeiden: er bade lieber in Emotionen und trockne sich im Ungefähren. „Dem bösen Wörtchen ‚überschätzt‘ wird er bald etwas Tragbares entgegensetzen müssen“, bilanziert Weimer völlig richtig, meint

Mit freundlichen Grüßen. Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir müssen über die Niederlande nachdenken (nein, nicht Holland, das ist als Nord- und Südholland nur eine von 12 Provinzen). Da wurde letztes Wochenende gewählt – und die Wahlergebnisse, die die bisherige Parteienlandschaft des Landes gehörig durcheinanderwirbelte, erfuhren in Deutschland eine so bemerkenswerte Umdeutung, dass man mindestens von Fake-News sprechen muss.

Zunächst fiel auf, dass die Wahllokale kaum geschlossen und gerade 0,1 Prozent (!) der Stimmen ausgezählt waren, als die Medien unisono verkündeten, Europa könne aufatmen, die Rechtspopulisten seien gescheitert. Wer sich daran erinnert, was die Medien noch kurz vor der dem Endergebnis der Wahl von Donald Trump und kurz vor dem Brexit gemeldet hatten, konnte ahnen, dass die schnelle, aus dem Wunschdenken der Autoren geborene Schlagzeile auch dieses Mal von der Realität überholt werden könnte.

Zu den Ergebnissen: die Sozialdemokraten von der PvdA, also die holländische SPD, wurde zu einer Kleinpartei pulverisiert. Erhielt sie vor 5 Jahren noch 24,8 % (38 Sitze), so wurden daraus dieses Mal nur noch 5,7 % (9 Sitze). Die PVV von Geert Wilders dagegen legte mit 13,1 % um 5 Sitze auf 20 zu und wurde damit zweitstärkste Kraft. Ralf Stegner (SPD) fiel dazu nichts anderes ein als „Rechtspopulisten geht die Luft aus“. Darauf muss man erstmal kommen.

Die rechts-liberale Partei VVD des Premierministers Rutte musste zwar Verluste hinnehmen, wurde aber mit 21,3 % (33 Sitze von vormals 41 Sitzen) erneut stärkste Kraft. Die Christdemokraten kamen mit 12,5 % (19 Sitzen) auf den 3. Platz.
Der AfD war die Enttäuschung anzumerken. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass wir der PVV und Geert Wilders ein besseres Ergebnis gewünscht hätten“, sagte Frauke Petry. Wilders habe im Wahlkampf die richtigen Themen angesprochen und dadurch auch die anderen Parteien ein Stück weit vor sich hergetrieben, aber: „Die Bürger wollen eine klare Ansage, aber sie fürchten sich vor einem harten Ton“. „Wir gehören zu den Gewinnern der Wahl, aber ich wäre natürlich gern die größte Partei geworden“, kommentierte Wilders das Ergebnis und gab sich gleichzeitig kämpferisch: „Wir waren die drittgrößte Partei der Niederlande. Jetzt sind wir die zweitgrößte. Nächstes Mal werden wir die Nummer 1.“

Wenn man die Wahl aber aus der Perspektive des politischen Kampfes gegen linke gesellschaftliche Fehlentwicklungen sieht und auf die Parteien auf den ersten drei Plätze schaut, finde ich das Ergebnis durchaus ermutigend. Dass Rechtsliberale und Christdemokraten zusammen in eine Regierung gehen werden, kann man vermuten. Sie könnten wahlweise die linksliberale Partei D66 mit ins Boot holen (19 Sitze) oder eben Wilders (20 Sitze). Zur Regierungsmehrheit fehlen in beiden Fällen dann nur noch die Sitze von 1 oder 2 Kleinparteien (eine 5 % Hürde gibt es nicht). Ein rot-rot-grünes Bündnis aus Sozialdemokraten, Grünen, Sozialisten und vielleicht dann noch der D66 hätte in keinem Fall genügend Sitze für eine Regierungsbildung und bräuchte zu viele weitere Kleinparteien als Partner.

Wie die Ergebnisse in Sachsen gewertet wurden, will ich hier nicht würdigen. Wohl aber das „Wie“ ihrer Darstellung, wenigstens in der „Freien Presse“: man beachte das Vorzeichen vor der 5 bei der PVV. Nicht zuletzt solche Grafiken sind es, die die Lügenpresse-Debatte weiter befeuern, meint

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir müssen über Ernst Moritz Arndt nachdenken. Ein Mensch namens Hermann Göring hat 1933 der Universität Greifswald diesen Namen verpasst. Diesen mehrfach naheliegenden Namen: Arndt, 1769 auf Rügen geboren, Gelehrter, Freiheitskämpfer und Paulskirchen-Abgeordneter, war einst selbst Student und Professor in Greifswald. Der entnazifizierenden DDR ging der Mann wohl schlichtweg durch die Lappen, deshalb hieß die Uni auch 1990 noch so. Au weia. Seitdem gibt’s Streit, und vor wenigen Wochen hat den der Senat entschieden. Zuungunsten des Namens: Arndt muss weg.

Ein Unding. „Einen Freiheitskämpfer, Streiter für die nationalstaatliche Einheit und parteilosen Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung im Handstreich zu entsorgen war ein unwürdiges akademisches Schmierentheater“, habe ich mich empört. „Über ein Dutzend Schulen in Deutschland tragen diesen Namen, darunter viele Gymnasien in den alten Ländern. Diese Umbenennungspläne erinnern an die finstersten Zeiten der Restauration. Was passiert demnächst mit dem antisemitischen Martin Luther an der Universität Halle? Man muss Angst und Bange haben.“

Hinzu kommt die unerträgliche Begründung, dass der Name die Gewinnung internationaler Studierender und Wissenschaftler sowie die Darstellung der Universität als ein Ort fortschrittlicher Wissenschaft erschwere. Gerade in der DDR wurde hervorgehoben, dass Arndt mit seinen Schriften die Abschaffung der Leibeigenschaft 1806 in Pommern befördert hatte. Das gilt jetzt offenbar als ebenso rückschrittlich wie sein Patriotismus und seine Breitenwirkung. Besonders empörend ist der Zungenschlag, dass Arndt aufgrund seiner politischen Ambivalenz als „Stolperstein in der deutschen Geschichte“ angesehen wird. Für unbekannte Opfer zwischen 1933 und 45 werden ebensolche verlegt, um die Erinnerung wach zu halten. Arndt dagegen soll vergessen werden. Das ist ein Akt der Geschichtsvergessenheit und beweist die Richtigkeit seiner Botschaft: „Kein Respekt vor denen, die keinen Respekt verdienen“.

Nun begann nach dem Senatsbeschluss ein veritabler Kulturkampf, der sich um die Frage drehte, ob Arndt eine Altlast sei – weil er in seinen Werken zu Hass und Krieg aufgerufen und dabei regelmäßig nationalistische, antifranzösische und antisemitische Töne angeschlagen habe. Eine besondere Allianz entstand zwischen CDU, AfD und sogar einigen Linken, die in Arndts Ende den nächsten Fall von übertriebener Political Correctness sahen. Der Historiker Götz Aly, immerhin einer der renommiertesten NS- und Antisemitismusforscher, sagte: diese Umbenennung sei ein Werk von „Geschichtsexorzisten“, die als „Teufelsaustreiber“ in der deutschen Nationalgeschichte „reichlich Futter“ fänden.

Diese Woche nun stoppte das Bildungsministerium in Schwerin die entsprechende Änderung der Grundordnung der Hochschule: das Beschlussverfahren sei nicht rechtskonform gelaufen, begründete Ministerin Birgit Hesse (SPD). Natürlich will die Uni über den Namen nochmals abstimmen, ließ sie eilfertig verlauten. In diesen Raum nun stieß aber ein anonymer neuer Namensvorschlag auf den Internetseiten des NDR: „… fände ich eine Umbenennung in Joachim-Gauck-Universität Greifswald sinnvoll. Sicherlich würde diese Namensgebung hohe Akzeptanz in Wissenschaft und Bevölkerung finden.

Der Name steht für einerseits für mecklenburgisches Kolorit, vor allem jedoch für Vernunft, hohe integrative Fähigkeiten, Förderung von Kultur und Wissenschaft, Weisheit sowie gelebte Verantwortung. Die Greifswalder Universität sollte Vorbildfunktion haben. Mit einer solchen Namensgebung verbinden wir alle einen vorbildlichen Menschen, dessen Persönlichkeit und Wirken auch in 50 oder 100 Jahren noch Hochachtung hervorrufen werden.“

Weisheit, Vorbild, Hochachtung… Hm. Der Vorschlag muss wohl ernst gemeint sein, da ich bis zur Drucklegung dieses Textes nicht gekniffen worden bin, versichert

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir müssen über das Wort Verbotskultur nachdenken. Genau die greift derzeit in allen Altparteien um sich, dass es den Narren die Nase vom Gesicht zieht. Gäste von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) werden seit Anfang Februar nur noch vegetarisch verköstigt – Fleisch und Fisch wurden verboten. Das Kölner Antirassismusforum witterte zu den tollen Tagen Diskriminierung – und wollte Geisha-, Indianer- und Araberkostüme verbieten. Und ein bayrischer Karnevalsverein hat aus seinem „Negerball“ einen „Negaball“ gemacht.

„Negaball. Spaß hört da auf, wo sich andere Menschen diskriminiert fühlen”, erklärte die „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“. Hm. Wir verbieten uns selbst bestimmte Wörter, vergewaltigen freiwillig unsere wunderbare deutsche Sprache, um nicht politisch vergewaltigt zu werden. Das also passiert, wenn aus jedem Unterschied eine Ungleichheit gemacht wird und aus jeder Ungleichheit eine Ungerechtigkeit. Darf ich noch atmen, ohne jemand anderem die Luft zu stehlen? Und selbst wenn, dann könnte ich vom Aussterben bedrohte Bakterien verschlucken…

Benötigt eigentlich noch irgendwer einen selbstanmaßenden Vormund zur Organisation seiner Lebensumstände? Unsere Qualitätsjournalisten – und unsere Qualitätsleser – meinen offenbar genau das. So las ich jüngst entsetzt in der Zeit: „Liebe Angela Merkel, lieber Staat, liebe EU, liebe Weltregierung, ich fordere euch hiermit auf: Verbietet mir, was ich gerne haben möchte, aber besser nicht haben sollte. Anders ist die Welt nicht mehr zu retten.“ Und weiter: „In Wirklichkeit sehne ich, sehnen wir uns nach dem Mann, der im Supermarkt neben uns tritt und sagt: Plastiksalat mit Plastikgabel? Das stellen Sie mal schön wieder ins Regal. Und dann schaut er uns sehr böse an.“

Ein Escort-Service für betreutes Wollen also, denn betreutes Denken durch die Medien haben wir ja schon. Der Begriff „Vater Staat“ hat noch nie so gut gepasst wie hier. Wollt ihr den totalen Krieg gegen den selbstbestimmten Menschen? Höre ich kein „Ja“? Ephraim Kishon schrieb mal sehr schön: „Ich verehre Menschen, die eine ideale Gesellschaftsordnung suchen, und fürchte diejenigen, die sie gefunden haben.“ Ich bin dafür, dass die AfD weiter sucht, und ich freue mich über jeden, der mir dabei suchen hilft, versichert

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

ASA-Editorial 7-2017

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir müssen über die knapp 800 000 Euro teure Öffentlichkeitsarbeit der Sächsischen Staatskanzlei der Jahre 2015 und 2016 nachdenken. Andre Barth MdL stellte dazu nämlich eine kleine Anfrage (ja, er hat es wieder getan), die wieder Erstaunliches zutage förderte. Etwa die Herstellung von Einkaufswagenchips als Werbeartikel, die mit 687,75 € zu Buche schlägt. Die Anfertigung von Schlüsselbändern – standard – war mit 1.977,78 schon zweieinhalb Mal so teuer. Und die Herstellung von Baumwollwerbetaschen – natur – ließ sich der Freistaat gar 3.301,06 kosten – ob fair gehandelt oder genäht, war nicht zu entnehmen.

Ein Posten jedoch ist richtig niedlich: die Herstellung eines Bastelbogens „Gebäude der Staatskanzlei“. Bastelbogen, soso. Wenn wir uns schon keine fähige Regierung backen können – die Tillich-Residenz nachbauen geht immerhin. Wenn auch nur auf Papier – einem Baustoff, der der Einwirkung von Elementen wie Feuer, Wasser oder Wind nicht unbedingt zuträglich ist: beim ersten bleibt nichts als Asche, beim zweiten Pulpe aus Papiermaché und beim dritten gar nichts übrig. Was für ein Menetekel…

Aber Basteln ist in seiner Symbolkraft ja völlig unterschätzt, und das hat Sachsens Staatsregierung in ihrer unendlichen Weisheit klug erkannt. Ein Gebäude, von dem man nicht weiß, was in ihm passiert, kann man besser mit seiner Erfahrungswelt in Beziehung setzen, wenn man es verkleinern, greifen, beherrschen kann. Basteln hilft, abstrakte Konzepte anschaulich zu machen. Ministerpräsident, Regierung, Staatskanzlei sind dann keine uninteressanten Begriffe mehr. Man kann sein eigenes Regierungshandeln in der Familie, eigene Erfahrungen mit Gebäuden damit verbinden, jawohl. Worte reichen dafür nicht. Ein Bürger muss mit seinen Händen begreifen, was es z.B. bedeutet, „Nachbesserungen bei Ost-Rentenangleichung“ zu fordern, sich „vehement gegen Standortschließungen zu wehren“ oder „Tempo bei den Plänen für die Bahn- Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Dresden und Prag“ zu machen. Solche Erfahrungen vergisst er nie. Worte dagegen sind Schall und Rauch, denn sie haben ja keine Folgen. Wenigstens die von Tillich.

Das ist jetzt sogar Linkenchef Rico Gebhardt aufgefallen: „Handlungsschwäche“ erkannte er, und außerdem würde Tillich bei jedem größeren Konflikt erst mal abtauchen, statt klare Ansagen zu machen. Hm. Einen Pool habe ich im Bastelbogen nicht entdecken können. Wohl aber die güldene Krone, die das Gebäudedach ziert. Muss denn unbedingt handeln, wer in solch gekröntem Palast residiert, wohl genährt durch den bastelnden Steuerzahler? Nicht unbedingt. Denn schon das Nichthandeln hat Sachsen nichts genutzt. Kaum auszudenken, was passiert, wenn Tillich tatsächlich am Freistaat herumbasteln würde, meint

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

ASA-Editorial 4-2017

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir müssen dringend über die SPD nachdenken – die hat nämlich jetzt die Katze aus dem Sack gelassen. Parteichef, Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel verzichtet auf die Kanzlerkandidatur und schlägt den bisherigen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz als Herausforderer von Angela Merkel vor. Schulz soll auch Parteichef werden, er selbst will ins Auswärtige Amt wechseln: als Nachfolger des designierten Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

Die Reaktionen könnten ambivalenter kaum sein: ein Schulabbrecher, insolventer Buchhändler und Alkoholiker als Kanzlerkandidat frohlocken die einen, sprechen vom letzten Aufgebot und meinen, die Wahl sei für die AfD gelaufen. Dass vielleicht der eine oder andere seine Stimme anstatt der SPD der CDU, vielleicht auch der FDP schenkt, geben andere zu bedenken und warnen, dass die Personalie kaum Auswirkungen zu Gunsten der AfD hat: wer Stegner, Schulz oder Gabriel wählt, wird kaum für die AfD aktiv werden, und wer Gabriel gewählt hätte, muss keinen großen Schritt machen, um bei Schulz zu landen.

Versuchen wir‘s mal sachlich. Schulz ist international verankert, spricht die Sprache und kennt die Sorgen der „kleinen Leute“, hat (tatsächlich!) großes politisches Renommee und gilt als streitbarer „Sozialdemokrat mit Herzblut“, der für keine Koalition und für keine taktischen Überlegungen steht, sondern für „150 Prozent Sozialdemokratie“ (wie immer die auch zu fassen ist). Er spricht außerdem fließend Englisch, Holländisch und Französisch (was die Arbeit mit Trump, Wilders und Le Pen erleichtern sollte; Sarkasmus off).

Zum anderen bleibt die ironisch anmutende Pathetik eines Wichtigtuers: „Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold. Es ist der unbeirrbare Glaube an den Traum von Europa. Ein Traum, der uns irgendwann verloren gegangen ist.“ Und es bleibt die Tatsache, dass Schulz als Symbol für die EU-Bürokratie, die Arroganz der Institutionen und ein tief gespaltenes Europa steht. Als EU-Parlamentspräsident war er der erste europäische Spitzenpolitiker, der nach dem gescheiterten Putsch in die Türkei reiste und „den türkischen Bürgern die Ehre erwies“, die den Putschversuch gegen Erdogan niederwarfen. Ein Apparatschik, der Europa einerseits aufblähte und bürokratisierte und andererseits quasi ruinierte… droht dieses Schicksal jetzt auch Deutschland in einer rotrotgrünen Koalition?

Trotz schlechter Umfragewerte für die SPD, die durch die Regensburger OB-Affäre weiter befördert wurden, sollten wir nie vergessen: abgerechnet wird am Wahlabend. Mir wäre es lieber, die SPD läge jetzt gut und sänke bis September ab. Ein Sympathisant schrieb, dass jetzt „Weiterkämpfen“ angesagt sei, damit die, die für die Partei antreten, auch wählbar sind oder bleiben; dafür, dass der Gesamteindruck positiv und nicht negativ wird. Dass jetzt „weiter anstrengen“ angesagt sei, damit die Energie zu kämpfen gegen den politischen Gegner gerichtet wird und nicht gegen den Parteifreund. Es gibt noch nichts zu jubeln. Die das meinen, zeigen ihre Unbedarftheit, meint

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

ASA-Editorial 3-2017

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir müssen mal wieder über Bildung nachdenken. Dass die den Bach runter geht, ahnen wir seit langem. Wie steil und schnell allerdings – das ist beängstigend. So hat Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) in realsozialistischer Manier angeordnet, die Noten in der Matheabi-Probeklausur einfach um eine Stufe heraufzusetzen, nachdem sie verheerend schlecht ausgefallen war (und in die Endnote eingeht!). Da diese Bankrotterklärung der rot-geführten Schulbehörde gegen seinen Amtseid verstößt, das Wohl der Freien und Hansestadt Hamburg zu fördern, habe ich ihn zum Rücktritt aufgefordert. Die Grüne Eveline Lemke leitet jetzt eine private Hochschule in Karlsruhe, nachdem sie in Mainz Vize-Regierungschefin war. Weil sie ihr Studium einst abgebrochen hatte, wurden für die Berufung die internen Regeln ignoriert. Alles rechtens, sagt das Wissenschaftsministerium.

Anderswo ist man noch sportlicher: da werden missliebige Inhalte gar nicht erst verhandelt. Tamara Wernli spricht von der „Generation Schneeflocke“: junge Menschen, die emotional sehr verletzlich sind, wenig belastbar und abweichende Meinungen als persönliche Herabwürdigung empfinden. Sie sehen es als ihr Grundrecht, von allen potentiell unangenehmen Dingen im Leben geschützt zu werden. So führen immer mehr Universitäten in den USA und England zum Schutze der jungen Seelen Trigger Warnings ein, Warnhinweise bei Bildern oder Texten angesichts möglicher psychischer Belastungen. Weil sie „möglicherweise ein negatives Gefühl auslösen können“, warnt die Glasgow Universität ihre Theologiestudenten vor „Bildern von Jesus‘ Kreuzigung“. Die Oxford Universität warnt ihre Jurastudenten vor „verstörendem Inhalt“ bei Lektionen, die sexuelle Gewalt betreffen. Veterinärstudenten werden vor toten Tieren gewarnt. Archäologiestudenten vor Skeletten. Und Studenten der Londoner School of Oriental und African Studies (SOAS) wollen sicherstellen, dass die in ihren Kursen behandelten Philosophen aus dem globalen Süden kämen. Das Aus für Platon und Sokrates: „weiße Philosophen“ werden aus dem Lehrplan verbannt, weil Ihre Lehren zu eurozentrisch seien.

Letztes Beispiel: die Studentenschaft der Uni Magdeburg hat zu einem geplanten Gendervortrag u.a. mit Andre Poggenburg letzte Woche zu SA-Methoden gegriffen und den Vortrag teilweise gewaltsam verhindert. „Wer unwillig und/oder unfähig ist, den Argumenten anderer eigene Argumente entgegenzusetzen, und stattdessen den Diskurs unterbindet, zeigt ein totalitäres Weltbild“, hatte ich mich empört. Dazu hatte der Dekan Michael Dick behauptet, dass die eindeutigen ‚Unmutsäußerungen‘ ‚vernünftige Veranstalter‘ zum Veranstaltungsverzicht hätten bewegen müssen. Damit rechtfertigt er das diktatorische Auftreten von Menschen, denen es nicht um Protest, sondern um Verhinderung ging – wer dem Thema ablehnend gegenübersteht, hätte der Veranstaltung auch fern bleiben können.

Ich habe mich zutiefst für meine Alma Mater geschämt, an der ich 1988 mein Diplom und 1992 meine Promotion absolvierte. Der kritische Geist, der gerade 1990/91 diese Uni, ihre Professoren, Mitarbeiter und Studenten durchdrang, ist einem unkritischen faschismusnahen Gebaren gewichen, das einer demokratisch verfassten Bildungseinrichtung unwürdig ist.

Da fällt es schwer, freundlich zu grüßen, meint

Ihr
Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

ASA-Editorial 2-2017

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen,

liebe Leser;

wir müssen mal wieder über die deutsche Sprache nachdenken. „Das ist wirklich Pack und Mob, und was man da machen muss, man muss sie einsperren,” erklärte das inzwischen magenverkleinerte SPD-Dickerchen Siegmar Gabriel am 24.08.2015 in Heidenau. In einer YouGov-Umfrage hatten vor wenigen Tagen 72 % der befragten Einzusperrenden aber das Wort „Pack“ als nicht akzeptabel im öffentlichen Diskurs angesehen. Da angemessener Ausdruck ebenso wie Stilistik normalerweise Bestandteil des Deutsch-Unterrichts ist und Gabriel da offensichtlich gefehlt hat, forderte ich ihn auf, Nachhilfe zu nehmen und das Versäumte nachzuholen. Das betrifft übrigens auch Joschka Fischer, dessen „Arschloch“ sogar 80 % inakzeptabel fanden. Aber als Gastprofessor an der amerikanischen Eliteuniversität Princeton bringt er ja inzwischen selbst Studenten die Fein- und Grobheiten von Politik nahe. Weder von Gabriel noch Fischer ist übrigens eine Reaktion überliefert.

Letzte Woche nun wurde „Volksverräter“ zum Unwort des Jahres 2016 gekürt – nach „Lügenpresse“ 2014 und „Gutmensch“ 2015. „Jetzt ist das Sortiment jener Beschimpfungen endlich komplett, mit denen radikale Sorgenbürger ihre Hauptfeinde (Medien, grundsätzliche Bejaher einer Willkommenskultur, Politiker) am liebsten titulieren“, meinte die „Sächsische Zeitung“ texten zu müssen. Das Unwort „Volksverräter“ sei „als Vorwurf gegenüber Politikern und Politikerinnen in einer Weise undifferenziert und diffamierend, dass ein solcher Sprachgebrauch das ernsthafte Gespräch und damit die für Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft abwürgt“, so Nina Janich, Sprecherin der Darmstädter Unwort-Jury.

Prompt rief Fraktionssprecher Andreas Harlaß einen Anti-Wettbewerb ins Leben und erhielt Vorschläge wie Einzelfall, Fake-News, Bereicherung, Willkommenskultur, Schutzsuchende, Qualitätsjournalismus, Modernisierungsverlierer… Gemeinsam entschied die morgendliche Presselage von Landes- und Fraktionsspitze dann auf „Volksverräterin“. Denn die ungegenderte Form  „unterstellt, dass Frauen nicht in der Lage sind, drastisch in das politische Geschehen einzugreifen und Volksverrat zu begehen“, erläuterte Andrea Kersten (MdL), die erst wenige Wochen zuvor den Gesetzentwurf „Aufnahme der deutschen Sprache als Kulturgut in die Sächsische Verfassung“ eingebracht hatte.

„Wenn die Parteien dem Volk vor der Wahl irgendetwas versprechen, was sie hinterher nicht halten, so ist das für mich Volksverrat“, erklärte in Stuttgart Stefan Räpple (AfD-MdL). Darüber kann man ebenso lange nachdenken wie darüber, dass die „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion“ (Ditib) nicht nur in ihren Moscheen vor den Feiertagen aggressive Stimmungsmache gegen christliche Kultur  betrieben hatte. In sozialen Netzwerken wurde mit dem Slogan „Nein zu Silvester- und Weihnachtsfeiern“ mit einem muslimischen Mann geworben, der einen Weihnachtsmann mit der Faust schlägt, und dazu der Kampfbegriff „Ungläubige“ („Kuffar“) verwendet: Vokabular, das auch der IS benutzt.

Aber dass „Ungläubige“ mal Unwort des Jahres wird, erleben wir sicher nicht, meint

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Dr. Thomas Hartung

Stellv. Landesvorsitzender

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